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Mit siebzehneinhalb Jahren wurde ich eingezogen.

Mit fünfundzwanzig Jahren war ich wieder zuhause.

Die schönsten Zeit meiner Jugend ..

Vergeudet.

Die Welt hab ich gesehen ,

in meiner Jugend .

Ich war in Rußland , aber auch in Frankreich in Gefangenschaft.

Und trotzdem habe ich das Lachen nicht verlernt.

Es war keine ruhmreiche Zeit.

Ich habe überlebt.

Manchmal durch Raffinesse ,

aber meistens war es einfach pures Glück.

Ich habe einen Schuß in den Oberkiefer durchlebt.

Ich habe nun mit weit über achzig Jahren immer noch die Zähne von damals. Die OP , in welcher eine russische Zahnärztin

mir die vorderen Zähne gerettet hatte , war besser als manches was heute ein Zahnarzt fertigbringt.

Dafür mußte ich arbeiten bis zur Erschöpfung.

Für wenig Essen, die Russen hatten selber nichts.

Ich habe einen Kopfschuss überstanden.

Mitten in der Schläfe , durch den Helm.

Zwölf lange Wochen war ich in ein Gerüst eingspannt ,

ich konnte mich nicht bewegen.

Die Kopfschmerzen die ich heute noch habe ,

erinnern mich daran ,

solange ich leben werde .

Ich habe mich fast hundertfünfzig Kilometer zum nächsten Lazarett geschleppt,

mit einer Kugel im Arm , die mir vom Handgelenk durch den Ellenbogen geschlagen ist.

Danach habe ich mich zur Ausbildung als Panzerfahrer in die Heimat versetzten lassen.

Ein wenig Ruhe , meine Eltern und Geschwister wiedersehen.

Aber meine Schwestern waren tot.

Granatsplitter.

Einen haben meine Eltern aufbewahrt.

Ich habe ihn kürzlich noch gefunden , unter den Andenken meines Vaters.

Ich war sehr traurig.

Wir waren fünf Brüder und zwei Schwestern.

Alle Jungs im Krieg , alle sind zurückgekehrt.

Nur die Mädels,

die hat es zuhause erwischt.

Ich werde heute wie so oft zur Kapelle spazieren ,

und eine Kerze anzünden.

Ein Lichtlein zum Gedenken .

Und weil nicht mehr viele Menschen heute ein Licht anzünden .

Weil ihr Glaube an das Gute verkümmert.

Liegt es daran , das sie das Schlechte nicht kennen?

Möge es immer so bleiben.


8.11.07 17:00
 


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